Japan 2015

Japan Dezember 2015

Die meisten von euch wissen es schon, dass ich vom 1. bis 8. Dezember 2015 in Japan war.

Ich möchte hier ein paar Zeilen über meinem Trip schreiben, die meisten Bilder dazu findet ihr auf unserer Webseite. Gemacht habe ich über 2000 Fotos (Bilder Japan).

Eines möchte ich vorweg nehmen, Japan ist ein fantastisches Land und kulturell sehr stark geprägt. Fliegt man nur der Hunde oder Ausstellungen wegen nach Japan, dann würde ich behaupten, tue man dem Land sehr unrecht und reduziert es auf einen Bestandteil, der meines Erachtens für die Japaner nicht mehr sehr wichtig ist (im Jahr 1972 wurden 46225 Welpen geboren und im Jahr 2014 nur noch 1991).
Abgesehen davon, man sieht kaum Hunde, egal wo man ist. Wenn überhaupt trifft man kleine Hunde an. Das ist auch verständlich, da dort der Platz eine Mangelware und sehr kostbar ist. Ich möchte nicht die Züchter in Schutz nehmen, aber deswegen sitzen die Hunde oft in Käfigen. Zudem haben die Japaner ein etwas anderes Verhältnis zu den Tieren.

Gestartet sind wir von München aus und nach 11 Stunden auf dem Flughafen Tokyo Hanada gelandet. Dies ist nicht der größte Flughafen in Tokyo, aber er liegt sehr günstig, sehr nah an der Stadt und man ist sehr schnell im Zentrum.

Nach der Sicherheitskontrolle in Japan haben wir unsere Zugpässe eingelöst und einen HotSpot (WIFI) besorgt.

 Mit diesem tragbaren Gerät waren wir immer mit dem Internet verbunden. Die Zugpässe haben wir schon in Deutschland bestellt. 210 Euro für 7 Tage für ganz Japan – einfach klasse!.
Mit diesem Ticket konnten wir fast jeden Zug, S-Bahn, etc. nutzen.

Das Schienennetz ist in Japan fantastisch ausgebaut, ich kenne kaum ein Land, das so ein Schienennetz besitzt. Mit dem Zug kommt man überall hin und das auch noch sehr schnell wenn man größere Entfernungen überbrücken möchte.

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Nach der ersten Nacht in Tokyo und einer Kneipentour in unzähligen
kleinen Gassen mit Sushi und Sake ging es gleich weiter mit einem Shinkansen Zug nach Kyoto, ca. 500 km von Tokyo entfernt.
Kyoto haben wir in ca. 2,5 Stunden erreicht. Man kam sich wie in einem Flugzeug vor.

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Kyoto ist eine Stadt, in der man sich locker 2 Wochen aufhalten könnte und trotzdem nicht alles sehen würde.

In Kyoto bezogen wir ein traditionelles Hotel für zwei Tage.
Traditionell bedeutet, auf dem Boden zu schlafen J, was ja grundsätzlich nicht so schlimm war, denn wir hatten jeden Tag einen Fußmarsch von ca. 18 -20 km hinter uns gebracht. Somit ist es einem dann egal wo man schläft, aber es gibt einen Vorteil, man kann nicht aus dem Bett fallen.

In Kyoto haben wir uns einige Tempelanlagen und Parks angesehen. Wir hofften auch eine Geisha anzutreffen, da in Kyoto eine Geisha-Schule existiert. Leider hatten wir das Glück nicht.

Fushimi Inari Shrine
Dies sind rote Torii (Tore), die einen Berg hinauf und zu den Tempeln und Gebetsstätten führen. Die Torii sind Spenden von Personen, Firmen, etc. auf diesen dann der Name steht.
Von oben hat man einen fantastischen Blick auf Kyoto .

Kiyomizu-dera
Dies ist eine phantastische Tempelanlage, mit kleinen traditionellen Gassen und Häusern, etc. Alleine hier könnte man zwei bis drei Tage verbringen. Tag und Nacht, jede Tageszeit hat die Anlage seinen eigenen Reiz.

Nara
In Nara gibt es einen Stadtteil/Park, in dem freilaufende Hirsche unterwegs sind, die man auch füttern kann. Aber wenn man nicht schnell genug auf den Beinen ist, fangen die Hirsche auch schon mal zu schieben und zu zwicken an. Neben dem Park gibt es auch einen Tempel, der eine der größten Buddha-Statuen beherbergt.

Na ja, ich könnte noch mehr über Kyoto schreiben und seiner Umgebung, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Wenn ihr Japan besucht, kann ich nur empfehlen, nach Kyoto zu fahren und es euch selbst anzusehen.

Nach zwei Tagen ging die Reise weiter nach Okayama, das ca. 200km südlich von Kyoto liegt.

In Okayama fand die Honbuten statt. Allerdings muss man sagen, dass auch Okayama sehr sehenswert war. Hier besichtigten wir einen schönen Tempel, in dem man sich sogar als Samurai und als Geisha verkleiden konnte. Zudem trafen wir auf eine sehenswerte Parkanlage, in der sich am Wochenende einige Hochzeitsgesellschaften und Paare in traditionellen Kleidern fotografieren ließen.
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Bevor ich auf die Honbuten Ausstellung zu sprechen komme, muss ich sagen, dass der Herbst und der Winter in Japan bestimmt einen besonderen Reiz hat, aber die Kirschblüte im Frühjahr ist bestimmt mit nichts zu toppen.

Honbuten
Die Honbuten fand auf einem öffentlichen Platz statt – vergleichbar, wenn man in Deutschland am Rheinufer eine Ausstellung veranstalten würde.

Wie man auf den Fotos sieht gibt es um die Ringe herum Zelte. Die Zelte (blau/weiß)  in der Front gehören den Richtern und Veranstaltern, die restlichen Zelte um die Ringe herum sind für Züchter reserviert. Jeder bekannte/große Züchter hat ein oder zwei Zelte. Somit ist die Ausstellung eigentlich nur für Züchter gedacht, etc. Normale Teilnehmer und Besucher findet man hier selten.

Aufgrund der Verteilung der Zeltabschnitte sieht man, dass es nicht nur einen großen Züchter gibt. Die in Europa stark bekannten japanischen Züchter betreiben ein gutes Marketing um ihre Bekanntheit zu erhöhen. Ob sie aber daheim die größten Züchter sind und die besten Hunde in Japan besitzen, lasse ich dahingestellt. Es muss sich jeder sein eigenes Bild machen.

Die ausgestellten Hunde sahen ganz gut aus. Was mich aber erstaunt hat war, dass die meisten Hunde sehr kräftig waren. Die hoch stelzigen, dünneren Hunde hat man vielleicht an einer Hand abzählen können und bei der Entscheidungsfindung spielten sie keine Rolle. Man muss zudem sagen, dass die Bilder dies nicht so rüberbringen.

Die Farbe der Hunde oder weiße Flecke (Spots) spielen anscheinend für den Japaner keine große Rolle, wie auch das Gangwerk ;-( . Der Hund wird als Gesamtkunstwerk (nicht nur Kopf) gesehen und so wird er auch bewertet. Es gab auch Hunde, die etwas ängstlich oder aggressiv waren. Dabei muss man wissen, dass die Züchter oft Hunde ausstellen, die zwar aus ihrer Zucht, aber nicht in ihrem Besitz sind. Damit kann man es entschuldigen. Man stelle sich vor, der Züchter stellt seine Nachzucht aus, die er seit Jahren nicht gesehen hat,… das dürfte auf Anhieb schwierig werden.

In der Pause haben wir sehr viele Einladungen von Züchtern zum Essen bekommen, so dass wir gar nicht wussten wohin wir gehen sollten. Ich hoffe wir haben niemanden verärgert, denn wir haben nicht alle Einladungen annehmen können.

Die uns entgegengebrachte Freundlichkeit liegt auch bestimmt an Zuzanna Chade, die sich nicht nur auf einen Züchter fixiert, sondern mit allen einen sehr offenen Umgang pflegt und sehr beliebt ist. Dies führt dazu, dass man sich nicht einschränken muss und der Horizont nicht nur auf einen Züchter begrenzt ist.

Damit ging auch dieser Tag zu Ende.

Am nächsten Tag ging es wieder direkt nach Tokyo zurück, dort haben wir noch ein paar Stadtviertel besucht, bevor es dann zum Flughafen und zurück nach Deutschland ging.
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Noch eine kleine Denkanregung:

Ob man sich als kleiner Züchter/ Privatperson unbedingt einen Welpen aus Japan holen muss, weiß ich nicht, da es in Europa mittlerweile sehr gute Nachzuchten gibt, die gesundheitlich getestet sind und japanische Abstammung haben (wie ein Japanimport).
Wenn mir auch jemand sagt, er sieht das Potenzial, dass der Hund als Welpe hat und wie er sich entwickelt, so muss er doch eine gute Glaskugel haben. Denn wenn es so einfach wäre, würden viele Personen gute Hunde haben.

Des Weiteren weiß ich auch nicht, ob man den Hund bekommt den man möchte, wenn man nicht bereit ist nach Japan zu fahren und sich dort den Hund aussucht. Natürlich ist der Preis für einen selbstausgewählten guten Hund etwas anders.
Wenn man einen guten Preis nennt, bekommt man fast jeden Hund, zumindest machen es derzeit so die Chinesen, so dass die Preise in die Höhe schießen. Die guten interessanten Hunde für die Zucht werden auch dadurch recht rar. Ein schöner Rüde ging nach der Honbuten nach Frankreich.

Solltet ihr Rückfragen zu meiner Reise haben, so kann er sich gerne an mich wenden.

Ich hoffe mein Bericht war euch nicht allzu langweilig.

Christoph